Aus- und Fortbildung für Fachberater Seelsorge

Fortbildungsrichtlinie für Notfallseelsorger/innen beschlossen

Die Konferenz der evangelischen Notfallseelsorger/innen, in der sich die Landeskirchlichen Beauftragten für Notfallseelsorge innerhalb der EKD treffen, hat in ihrer  Frühjahrstagung 2002 Richtlinien für die Fortbildung und Zertifizierung von Notfallseelsorger/innen beschlossen. Diesem Beschluss gingen mehrjährige Erfahrungen mit unterschiedlichen Ausbildungsmodellen und eine intensive gemeinsame Arbeit voraus.
Nach diesen Richtlinien ist die Voraussetzung für eine Mitarbeit in der Notfallseelsorge eine kirchlich anerkannte Seelsorgeausbildung. Auf dieser Grundlage bauen dann verschiedene Lehrgänge und Praktika auf, die schließlich zu einer Zertifizierung als Notfallseelsorger/in bzw. als Leitende/r Notfallseelsorger/in führen können. Die Lehrgänge und Praktika können in Wochenseminaren oder auch in kürzeren Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt werden.
Sinn dieser Richtlinie ist es, die Fortbildung innerhalb der Notfallseelsorge zu vereinheitlichen, den Leistungsstand transparent zu machen und die Arbeit der Notfallseelsorge auf einem einheitlichen hohen Niveau zu festigen.
Nachdem die Richtlinien von der Konferenz der evangelischen Notfallseelsorger/innen beschlossen wurden, liegt es nun an den einzelnen evangelischen Landeskirchen, dieses Regelwerk für den eigenen Bereich anzunehmen und auch tatsächlich umzusetzen. Auch die katholischen Bistümer werden mit einbezogen und werden gebeten, die Richtlinie in ihrem Bereich einzuführen.
Die Fortbildungsrichtlinien stehen hier als .pdf-Datei zum downloaden.


Neben der nachgewiesenen seelsorgerlichen Qualifikation, die ein künftiger Fachberater Seelsorge (FBS) mitbringt, muss er auch innerhalb der Feuerwehr aus- und fortgebildet werden. Etliche der Ausbildungsinhalte können innerhalb der vorhandenen Ausbildungsgänge vor Ort gelernt werden (z.B. Truppmannausbildung), bei anderen empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen (z.B. BRK, SBE-Team, Notfallseelsorge). Einige der Ausbildungsinhalte sind im Seminar „Fachberater Seelsorge“ an der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg zusammengefasst.
Zuständig für die feuerwehrtechnische Aus- und Fortbildung der FBS ist immer die ernennende Organisation, d.h. i.d.R. die öffentliche Feuerwehr der Gemeinde.
Bei überörtlich tätigen FBS ist eine Abstimmung zwischen der Führung der örtlichen Feuerwehr und dem Kreis-/Stadtbrandrat erforderlich. In diesem Fall sollte ein Vertreter der Führung, also z.B. KBR, KBI oder KBM, dem FBS als ständiger Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Fachberater Seelsorge, die auf Landkreisebene tätig sind, sollten zusätzlich die Qualifikation des Leitenden Notfallseelsorgers anstreben, um bei größeren Einsätzen mit mehreren Seelsorger/innen besser diese Arbeit koordinieren zu können.
 

Grundsätzlich kann die Qualifikation eines FBS in vier Bereiche aufgegliedert werden:

1) seelsorgerliche Qualifikation  (anerkannte seelsorgerliche Ausbildung in einer Kirche,
    die dem Arbeitskreis christlicher Kirchen angehört oder abgeschlossene klinische Seelsorgeausbildung)
2) feuerwehrtechnische Qualifikation  (Truppmannausbildung incl Erste-Hilfe-Kurs)
3) ergänzende feuerwehrbezogene Fortbildung am Standort
4) zusätzliche spezielle Qualifikation (SBE-Grundkurs, Notfallseelsorge, Begleitung von Einsatzkräften)
 

Unter Punkt 3) sind folgende Bereiche zusammengefasst: Einblick in den Aufbau des medizinischen Rettungswesens, sowie in die Organisationsstrukturen des abwehrenden Brandschutzes, der technischen Hilfeleistung, des Umweltschutzes und der Katastrophenhilfe in Bayern. Kennenlernen der regional zuständigen Führungskräfte der Feuerwehr Besuch der Alarmierungszentrale Bedienung von Funk- und Fernmeldeeinrichtungen Sicherung bei Betreuungseinsätzen in Höhen und Tiefen Grundlegende Absprachen für den Einsatz des FBS bei der Betreuung Geschädigter und bei der Unterstützung des 
 Einsatzpersonals. Möglichkeiten der Unterstützung der jeweils zuständigen Organisationen auf deren Anfrage hin


Die unter Punkt 4) genannten Kurse haben folgende Inhalte: SBE-Grundkurs: Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen für Einsatzkräfte. 
 Der Kurs ist Bestandteil des Seminars „Fachberater Seelsorge“.
Notfallseelsorge-Grundkurs: Theologische Begründung der Notfallseelsorge, Notfallseelsorge, 
 Seelsorge in Feuerwehr und Rettungsdienst, eigene Verarbeitung belastender Ereignisse.



Seminar Fachberater Seelsorge
an der Staatl. Feuerwehrschule Regensburg
Teilnehmerkreis:  Aktive Mitglieder einer Feuerwehr, die eine anerkannte seelsorgerliche Ausbildung nachweisen können und die als Fachberater Seelsorge eingesetzt werden oder eingesetzt werden sollen.
Teilnehmeranzahl: ca. 20 Personen.
Voraussetzungen: aktive Mitgliedschaft in einer Feuerwehr, anerkannte seelsorgerliche Qualifikation (z.B.: Pfarrer, Diakon, Pastoralassistent, -referent, Religionspädagoge, erfolgreicher Abschluss eines KSA-Kurses)
möglichst abgeschlossene Truppmannausbildung incl. E.-H.-Kurs.
Anmeldung: auf dem Dienstweg
Dauer: 5 Unterrichtstage.
Ziel: Erwerb von feuerwehrspezifischen und speziellen seelsorgerlichen und psychologischen Kenntnissen und Fähigkeiten für den Dienst als Fachberater Seelsorge.
Themenplan: 2 Tage SBE-Grundkurs (18 UE)
1 Tag Notfallseelsorge und Krisenintervention (9 UE)
1 Tag ergänzende feuerwehrbezogene Fortbildung (9 UE) 
Einblick in den Aufbau des medizinischen Rettungswesens, sowie in die Organisationsstrukturen des abwehrenden Brandschutzes, der technischen Hilfeleistung, des Umweltschutzes und der Katastrophenhilfe in Bayern.
Versorgung geschädigter oder evakuierter Personen  (Notwendigkeiten, Zuständigkeiten, Möglichkeiten der Zusammenarbeit)
Bedienung von Funk- und Fernmeldeeinrichtungen
Sicherung bei Betreuungseinsätzen in Höhen und Tiefen

Adresse der staatlichen Feuerwehrschule Regensburg:
Michael-Bauer-Str. 30
93138 Lappersdorf
Tel.: 0941-8106-0
Fax: 0941-8106-111
Internet: http://www.sfs-r.bayern.de/
 
 
Montag Begrüßung, gegenseitiges Kennenlernen
Notfallseelsorge und Krisenintervention
Dienstag Andacht
Stressbearbeitung für Einsatzkräfte (SBE-Grundkurs)
Bedienung von Funkgeräten
Mittwoch Andacht
Stressbearbeitung für Einsatzkräfte (SBE-Grundkurs)
Unterrichtseinheiten für Einsatzkräfte
Donnerstag Andacht
Eigensicherung in und Eigenrettung aus Höhen
Versorgung geschädigter oder evakuierter Personen
Praktische Übungen
Freitag Andacht
Aufbau des Rettungswesens  und Struktur der Rettungsorganisationen in Bayern
Schlussrunde

Download: Die Materialien des Lehrgangs Fachberater Seelsorge 2000 (.zip-Archiv mit Word-Dokumenten - 500 KB)



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Letzte Änderung von Hanjo v.Wietersheim am 10.02.2001.